Hilfe mein Kind lispelt - was können Eltern tun?
Wenn die Zunge zwischen die Zähne rutscht
Lispeln ist kein seltener Sprachfehler, sondern gehört zu einem der häufigsten Sprachauffälligkeiten in den logopädischen Praxen. Unter „lispeln" versteht der Volksmund das nicht korrekte Aussprechen des s-Lautes. Meist stößt die Zunge bei der Artikulation zwischen den Zähnen an oder rutscht auch durch die vorderen Zähne hindurch, dadurch entsteht das sogenannte „Lispeln".
Wenn Kinder mit fünf Jahren das „S" noch nicht richtig aussprechen können, ist es höchste Zeit, sich beim betreuenden Kinderarzt oder Hausarzt kundig zu machen. Bei den U-Untersuchungen wird ohnehin die richtige Aussprache der Kinder im Vorschulalter überprüft - eine sinnvolle Sache, denn hat die Schulzeit erst einmal begonnen, ist meist wenig Zeit für zusätzliche Übungsstunden beim Logopäden. Hinweis: Kinder sollten spätestens bis zum vollendeten 5. Lebensjahr das "S" richtig sprechen können.
Hat der Arzt diesen Sprachfehler festgestellt, sollte man sich umgehend beim Logopäden anmelden, denn regional sind Wartezeiten möglich, bis ein Therapieplatz für die Kinder frei wird. Dadurch ist schnelles Handeln gefragt und viele Logopäden führen aus diesem Grund „Wartelisten", da sich die Zahl der sprachauffälligen Kinder in den letzen Jahren stark häuft. Übrigens: logopädische Therapiestunden sind eine „Kassenleistung" und werden aus diesem Grund von Ihrer Krankrankenkasse bezahlt.
Aber was kann man tun, um die Wartezeit bis zur Therapie sinnvoll zu nutzen?
Da viele Kinder mit ihrer Zunge noch etwas ungehschicklich sind, kann man die Wartezeit bis zum Therapiebeginn beim Logopäden durchaus nutzen. Geschicklichkeitsübungen für die Zunge machen nicht nur groß und klein Spaß, sondern trainieren die Zunge zugleich für die kommenden Therapiestunden. Lustige Grimassen schneiden, mit der Zunge „Kunststücke" machen und Blaseübungen sind ein guter Einstieg für die späteren Sprechübungen.
Hier ein paar Spielideen:
- Seifenblasen machen (große und kleine Seifenblasen pusten)
- Windräder vorsichtig anblasen und zum Drehen bringen
- Tischtennisbälle oder Papierbälle über den Tisch oder durch einen Parcours blasen
- Grimassen schneiden und dabei den Mund bewegen (Mund breit ziehen, Mund spitzen etc. )
- Zungenübungen (Zunge herausstrecken, über die Lippen fahren, zur Nase und Kinn strecken, über die Zähne lecken)
Aber auch das Hören spielt bei Kindern eine wichtige Rolle. Hören Sie zum Beispiel gemeinsam heraus, wo ein „s-Laut" versteckt ist.
Spielidee: Wo zischt die Schlange? Kannst Du bei Sand eine Schlange / ein "S" hören? Ziehen Sie beim Vorsprechen den S - Laut extra lang, also „Ssssssand", damit ihr Kind den Buchstaben gut heraushören kann.
Weitere Spielideen wird sicherlich ihr betreuender Logopäde / Logopädin für Sie parat haben. Übrigens: logopädische Therapien haben meist nichts mit sturem Üben zu tun, sondern finden spielerisch statt, wodurch die Kinder meist viel Freude haben, zur Therapiestunde zu gehen.
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